Mit unseren Impulsprojekten möchten wir Jugendliche und junge Erwachsene motivieren, sich aktiv und kreativ in gesellschaftliche Gestaltungsprozesse einzubringen.
- Der jungeRat
Der jungeRat ist eine Gruppe von kulturell und politisch interessierten jungen Leuten, die sich zusammen getan haben, um Jugendlichen in Berlin eine Stimme zu geben. Kulturinstitutionen und Politiker zerbrechen sich mit viel Aufwand den Kopf, welche kulturellen Angebote Jugendliche wollen, welche Projekte gefördert werden sollen und welche nicht? Die Jugendlichen selbst werden dabei selten gefragt. Doch was wollen Jugendliche?
Der jungeRat möchte erreichen, dass Jugendliche bei Entscheidungen, die sie betreffen, mitreden können, dass sie gefragt werden und selbst entscheiden können. Insofern versteht sich der jungeRat als Ansprechpartner und Vermittler zwischen Jugendlichen, Kulturinstitutionen und Politik.
Kennengelernt haben sich die Jugendlichen bei der Umfrage Kunst und Kultur in Berlin – Was geht mich das an?. Im Sommer 2009 hatte die Schlesische27 im Bereich der offenen Jugendarbeit Das Büro für dringende Fragen eröffnet. Ein Team von anfangs fünf jungen Erwachsenen formierte sich damals neu als Junior-Agentur, die auf öffentlichen Plätzen und im Rahmen verschiedener Jugendveranstaltungen, angelehnt an die Methoden empirischer Sozialforschung, Meinungsumfragen unter Jugendlichen durchgeführt haben. Sie recherchierten, welche Themen die Jugendlichen in der Stadt bewegen. Als eine ihrer ersten Aktionen waren sie als Interviewer mit von der Partie bei der Umfrage Kunst und Kultur in Berlin – Was geht mich das an? Die von ihnen geführten Interviews wurden aufgezeichnet, dokumentiert und ausgewertet. Das gesammelte Material diente als Grundlage für die Vorbereitungen zur Jugendkonferenz im März 2010 Berliner Jugendkonferenz am 13. März 2010.
Rund 100 Jugendliche sind der Einladung des jungenRats gefolgt und in der Schlesischen27 zur Jugendkonferenz mit anschließendem Konzert zusammen gekommen. In kreativen Workshops und vielen Diskussionsrunden haben sie der Frage nachgespürt, was sich an der Berliner Kulturlandschaft ändern muss, damit sie für Jugendliche zu einem interessanten und spannenden Ort wird.
Eine Broschüre, die das Material der Umfrage Kunst und Kultur in Berlin – Was geht mich das an? zusammenfasst, kann bei der Kulturprojekte Berlin GmbH und in der Schlesischen27 bezogen werden.
DER JUNGERAT GOES DEUTSCHES GUGGENHEIM
Ein weiterer Erfolg der Jugendkonferenz ist seither die Kooperation mit dem Deutschen Guggenheim. Als erste Kultureinrichtung hat das Deutsche Guggenheim den Sprung gewagt und Jugendlichen angeboten, das Jugendprogramm sowie die Bewerbung für Ausstellungen des Hauses selbst zu entwickeln und zu gestalten.
Ein kleines Team erarbeitet seither zusammen mit den Mitarbeitern des Deutschen Guggenheim, allen voran mit Frau Julia Rosenbaum, die Entwicklung und Umsetzung ihrer Ideen. Herausgekommen ist als erstes der Workshop Farbfeldmalerei Workshop für Jugendliche begleitend zur Ausstellung Colour Field im Oktober 2010. Ab 22. Oktober 2010 hatte das Deutsche Guggenheim eine Auswahl der bedeutendsten Werke von Künstlern wie Mark Rothko, Helen Frankthaler, Morris Louis, Jules Olitski und Kenneth Noland gezeigt.
Gegenwärtig findet nun schon der zweite von Jugendlichen erarbeitete Workshop für Jugendliche am Deutschen Guggenheim statt.
Projektbüro JungerRat
Internationales JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische27
Schlesische Str. 27b
10997 Berlin
Ansprechpartner sind: Anina Falasca, Simon Galius, Johanna Giesecke, Oliver Mohr, Sophie Tavakoliyan
Tel.: 030 61 77 67 – 33
mail: info@jungerrat.de
www.jungerrat.de
- Der Rote Flohmarkt
Der Rote Flohmarkt stellt innerhalb eines unkomplizierten Projektrahmens zentrale Anschlussstellen für Jugendliche zur Verfügung, die sich kritisch und ideenreich mit der Entwicklung des Handels und des Unternehmertums unter lokalen und globalisierten Bedingungen befassen möchten. Insbesondere finden engagierte junge Menschen aus der multikulturellen Umgebung in Kreuzberg einen neuen Rahmen, um die eigenen Handelstraditionen, die im familiären Umfeld eine Rolle spielen, im globalisierten Kontext zu reflektieren. Durch seine große Beliebtheit erreicht das Flohmarktthema junge Menschen aus sehr verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Gruppen, z.B. Jugendliche, die sich aufgrund familiärer Vorbilder zum „Unternehmertum“ hingezogen fühlen und hier auch ihre berufliche Zukunft sehen. Im Rahmen eines einjährigen Modellprojekts möchten wir die Themen ökonomisches-soziales Handeln und künstlerische Handlung interdisziplinär „verweben“, damit die sensiblen Verbindungen zwischen Mikro- und Makro-Ökonomien und ihre gesellschaftgestaltende Kraft sichtbar und erlebbar werden.
Flohmarkt: das kleinste und unkomplizierteste Handelsformat soll „Gefäß“ für unsere Untersuchungen sein, wir verwandeln unsere Flohmarkthalle in einen Bühnenraum für unvermutete Kunst: hier können Handelsszenen aus Theater, Pop und Oper auf dem rotierenden Glücksrad aufgerufen werden.
Rot: ist die Fassadenmauer unserer großen alten Veranstaltungshalle im Gewerbehof der Schlesischen Straße 27. Das dunkle Rot hat unserem neuen „Forschungs-Flohmarkt“ Atmosphäre und schließlich einen Namen gegeben.
Am 10. April hat in der Schlesischen27 der erste Rote Flohmarkt seine Tore im Rahmen der Berliner Langen Nacht der Opern und Theater geöffnet.
- Summer-Factory
Vom 12. bis zum 24. Juli hat das junge Kunst- und Kulturhaus Schlesische27 für alle Kinder und Jugendlichen, die die Sommerferien zu Hause in Kreuzberg verbringen, offene Sommerwerkstätten im Wrangelkiez veranstaltet:
„Schöner Wohnen!“– vom Jugendzimmer bis zu den öffentlichen Plätzen reichten die Gestaltungspläne. Es wurde mit Umbau und Umwidmungen experimentiert und schließlich eine Kunstpiazza in der Cuvrystraße eröffnet.
Mit der Berliner Künstlergruppe Stedefreund, den Choreografen Be van Vark und Sven Seeger und den Künstler/innen Carolina Kecskemethy, Kai Ilieff und Fred Pommerehn
- 7 FELDER – EIN PROJEKT DER ÄSTHETISCHEN FELDFORSCHUNG
Was passiert, wenn Ethnologie an die Schulen kommt? Wenn Jugendliche, ausgestattet mit wissenschaftlichen Methoden und einem „ethnologischen Blick“, selbst kulturelle Spuren verfolgen? Ende 2010 startete das Projekt SIEBEN FELDER.
Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern gingen sie auf eine ethnologische Forschungsreise in das kulturelle Lebensumfeld der Jugendlichen. Ein zentrales Moment des Projekts war die Weitergabe universitären Wissens durch die Studierenden in einem kooperativen Forschen mit Jugendlichen und nicht Forschen über Jugendliche“: eine Herausforderung für alle Beteiligten. Dabei dienten die ethnologischen Methoden dazu, die Sinne zu schärfen. Gewohnheiten wurden bewusst gemacht, kulturell Selbstverständliches auf die Bedeutung für jeden einzelnen hin befragt.
Die Sammlung, die die jungen Forscher an Objekten, Bild-, Ton- und Textmaterialien während dieser Wochen zusammengetragen haben, war in einer Ausstellung vom 09. bis zum 17. März 2011 im Haus der Kulturen der Welt zu sehen. Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier. Bei diesem Projekt handelte es sich um ein Pilotprojekt des Internationalen JugendKunst- und Kulturhauses Schlesische27 in Kooperation mit der Initiative Ästhetische Feldforschung, dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin, der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Haus der Kulturen der Welt, der Oberschule am Brunnenplatz, der Ferdinand-Freiligrath-Schule und der Rudolf Diesel Oberschule.
Drei Wochen besuchte ein Team aus Künstler/innen der Initiative Ästhetische Feldforschung und Studierenden der Europäischen Ethnologie drei Berliner Schulklassen in Kreuzberg, Wedding und Wilmersdorf.




