Internationales JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische27

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ÜBER UNS

Die Schlesische27 ist ein internationales JugendKunst- und Kulturhaus im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Hier treffen sich Kinder und Jugendliche mit Künstlerinnen und Künstlern aus allen Sparten. Zusammen erkunden sie in kreativen Projekten die Welt und stellen das Alltägliche auf den Kopf.

Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit steht die ästhetische Aufmerksamkeit der jungen Gäste, eine experimentelle und erlebnisreiche Schulung der Wahrnehmung mit den Künsten.

Seit 28 Jahren setzen wir Maßstäbe und Impulse für die Weiterentwicklung ästhetischer Bildung im Kontext kultureller Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche.

Künstlerische Beteiligungsprojekte und Veranstaltungen unseres Hauses entwickeln wir in enger Kooperation mit Berliner Kunst- und Kultureinrichtungen, mit Partnern der Jugendarbeit landesweit und international.

Orientiert an Kunst und Kultur
“Optimale Förderung durch Kunst” ist die Leitlinie der Arbeit der Schlesischen27: Jeder Mensch ist fähig zu gestalten. Wer gestaltet, gewinnt Identität und Selbstvertrauen. – Die Grundlagen für Leistung, Toleranz, Engagement und Teamfähigkeit. Fähigkeiten, die in allen Bereichen unserer Gesellschaft unerlässlich sind.
Grundlage ist eine „Pädagogik der Stärke“ – dabei ist die Kunst ein wichtiger Katalysator, der zu Schlüsselerlebnissen führt, die produktiv in andere Lebensbereiche hineinwirken.
Für viele Kinder und Jugendliche, die kaum Unterstützung aus ihrem Umfeld für ihre Bildung und Persönlichkeitsentfaltung erhalten, stellen künstlerisch-kreative Projekte enorm wichtige Handlungsspielräume dar.



Ein Modellprojekt macht Geschichte
Die Geschichte der Schlesischen27 beginnt 1977 als Projekt im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Strategien für Kreuzberg“. 1982 bezog die Initiative das Gebäude in der Schlesischen Str. 27, die Adresse wurde zum Namen der Einrichtung. Das damalige Ziel, eine interkulturelle Bildungsstätte zu schaffen, wurde zunächst im Rahmen eines EU-Modellversuches erreicht. Mit engagiertem Einsatz des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Industrie und dem 1987 gegründeten Förderverein der Berliner Wirtschaft gelang es schließlich, die Arbeit längerfristig finanziell zu stabilisieren. In einem europaweit einzigartigen Modell übernahm das Land Berlin die Finanzierung der Basiskosten und die privaten Förderer die Finanzierung der Projekte.


Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche mit Zugangshindernissen zu Bildungsangeboten
2000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden durchschnittlich pro Jahr in den Projekten der Schlesischen27 aktiv. Sie bringen mit Hilfe der Kunst eigene Anliegen und gesellschaftliche Fragen zur Sprache und setzen damit aktiv in ihrem Lebensumfeld Zeichen. Der Schwerpunkt der jungen Teilnehmer kommt aus sozialen Brennpunkten Berlins, insbesondere auch aus unserer multikulturellen Nachbarschaft im Kreuzberger Wrangelkiez.

So treffen die Kinder und Jugendlichen in unserem Haus auf Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt und erleben kreative Menschen aus ihrem eigenen Kulturkreis, die hier eine besondere Vorbildfunktion haben. Zusammen realisieren sie Projekte, die einen interdisziplinären Fragen- und Themenbogen spannen. 130 Projekte finden durchschnittlich pro Jahr statt. Die Projektformen sind in Art und Dauer vielfältig: Schulprojekte, Freizeit- und Ferienprojekte, Internationale Begegnungen sowie stadtweite Impulsprojekte.

Manche Projekte laufen über ein ganzes Jahr, andere nur eine Woche.
Ebenso vielfältig sind die künstlerischen Ausdrucksformen: Literatur, Malerei, Bildhauerei, Theater, Tanz, Musik, Film, Foto und digitale Medienkunst. Geschmacksbildung und sinnliche Erfahrungen mit Lebensmitteln sind mittlerweile Bestandteile vieler Projekte. Alle Projekte widmen sich einer speziellen Fragestellung, einem gemeinsamen Thema, welches mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen erkundet wird. Natürlich sind die künstlerischen Erfahrungen und die Arbeitsprozesse wichtig, doch ebenso bedeutsam sind die individuellen Ergebnisse, die kleinen und großen Werke sowie die öffentlichen Präsentationen am Ende eines Projekts.
Alle Projekte haben einen hohen künstlerischen und einen hohen pädagogischen Anspruch, sind somit immer gleichermaßen prozess- und produktorientiert. Ablauf und Ergebnis der Projekte werden mit verschiedenen Ansätzen aus der qualitativen Begleitforschung untersucht.

Regional verankert – international vernetzt
Die Schlesische27 ist in hohem Maße lokal, regional, national und international vernetzt. Institutionelle und projektbezogene Kooperationen sowie die Gemeinwesenorientierung sind zwei inhaltliche und organisatorische Schlüsselfaktoren der Arbeit. Die Europäische Dimension prägt die Arbeit der Schlesischen27 nachhaltig. Dabei geht das Verständnis von Europa über die Grenzen der Europäischen Union hinaus. Die Schlesische27 koordinierte beispielsweise ein Netzwerk von mehr als 20 Partnern in ganz Europa im Rahmen des EU-Programmes „Europäischer Freiwilligendienst“.

Ein bewährtes Modell für Public-Private-Partnership
Die Schlesische27 ist nach wie vor ein europaweit einzigartiges Modell der Public-Private-Partnership in ihrem Arbeitsfeld. Unternehmer, anerkannte Persönlichkeiten, Politiker, Fachverwaltung, Künstler und Jugendarbeiter führen einen für beide Seiten spannenden und fruchtbaren Dialog. Gemeinsam leisten sie ihren Beitrag zur Gestaltung des Gemeinwesens und verbessern so Lebensverhältnisse junger Menschen. Über 50 Unternehmer und Persönlichkeiten engagieren sich seit 20 Jahren im Förderverein des JugendKunst- und Kulturzentrums und tragen so gleichermaßen mit Geld und Know-How entscheidend und nachhaltig zur Sicherung der Rahmenbedingungen und Realisierung der Projekte bei.

Die Finanzierung der meisten Projekte muss jedes Jahr erneut in einer gemeinsamen Kraftanstrengung erarbeitet werden. Ein Drittel des Projektetats finanzieren nationale und internationale Förderfonds und Stiftungen sowie die Europäische Union. Der größte Anteil wurde in der Vergangenheit jedoch zum einen über den Förderverein akquiriert und zum anderen durch das Land Berlin bereitgestellt.

Rechtsträger der Schlesischen27 ist der „Verein zur Förderung der interkulturellen Jugendarbeit e.V.“, ein gemeinnütziger und öffentlich anerkannter freier Träger der Jugendhilfe. Seit Jahren setzt der Verein mit seinem Modellprojekt Schlesische27 Maßstäbe für ästhetische Bildungsarbeit, besonders in prekären Sozialräumen.


Weiterentwicklung und Neuprofilierung des bewährten Modellprojekts
Im Sommer 2009 hat sich die Gründerin und erfolgreiche, langjährige Leiterin, Christel Hartmann-Fritsch, einer neuen Aufgabe zugewandt: als geschäftsführendes Vorstandsmitglied steht sie der Stiftung Genshagen vor und organisiert eine Plattform für Kulturvermittlung in Europa. Weiterhin steht sie jedoch als Vorstandsmitglied des Fördervereins mit der Schlesischen27 in enger Verbindung.

Die neue Leiterin des Jugendkulturhauses in Kreuzberg, Barbara Meyer, hatte im Rahmen ihrer vorherigen Tätigkeit an der Entwicklung eines landesweiten Rahmenkonzepts und eines Förderfonds für kulturelle Bildung mitgearbeitet. Weiterhin wird die Schlesische27 als Partner für die Diskussion um Strukturentwicklung für kulturelle Bildung in Berlin zur Verfügung stehen.

Durch energiereiche Kooperationen mit Partnern im In- und Ausland ergeben sich beste Voraussetzungen für die Schlesische27 zur Erprobung innovativer Konzepte und Projekte innerhalb der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit, die in Berlin und bundesweit Aufmerksamkeit erhalten.