Foto: Pixabay

Der Berliner Teufelsberg ist ein stummes Geschichtslabor: schon an seiner Oberfläche, kann man ohne Mühe Scherben, Türgriffe, Kabel und andere Baureste finden. Im aufgeschütteten Bruchmaterial aus dem kriegszerstörten Berlin verbergen sich unerwartete Geschichten, stumme Poesien, die es aufzuspüren gilt.

Viele Jugendliche in Berlin, die gerade noch die Zerstörung ihrer Dörfer und Städte in Syrien, Afghanistan und an anderen internationalen Kriegsschauplätzen miterleben mussten, fragen oft nach der Geschichte Berlins: wie konnte aus der fatalen Zerstörung heraus diese lebendige Stadt von heute wachsen? Und wie haben sich wohl die Hoffnungen und Zukunftsvisionen der Jugendlichen von damals entwickelt?

Ab Herbst 2018 gingen wir gemeinsam mit der Neuköllner Oper diesen Fragen nach und sammelten zusammen mit Jugendlichen verschiedener Biografien auf dem Drachenfeld-Plateau des Teufelsbergs leise Töne. Die Fundstücke wurden mit Künstler*innen und Zeitzeug*innen untersucht, szenisch und objekthaft interpretiert. Daraus entstand nicht nur ein mobiles Archiv, sondern am Ende auch ein Bühnenstück.

Die Ergebnisse der unterschiedlichen kreativen Workshops und Arbeiten verschiedener beteiligter Künstler*innen mündeten in der Ausstellung ARCHIVRAUM TEUFELSBERG OPERA. Die Ausstellung wurde gefördert von der Stiftung Berliner Sparkasse.

Dank an alle am Projekt Beteiligten: Christian Buchmayr, Markus Blösl, Christiane Hamacher, Petra Spielhagen, Marcel Prüfert, Antje Engelmann, Sabine Reinfeld, Patricia Sandonis, Sonya Schönberger, Milena Kopper, Matze Görig, Sabeth Kerkhoff, Dance Monkeys (Leitung: Sven Seeger und Anna Katalin Nemeth), Amir Kazkaz, Jonas Deussner,  Junges Ensemble der Neuköllner Oper.

Partnerinstitutionen: Neuköllner Oper, Berliner Stadtmuseum, StreetUniverCity.

Expeditionen, Installationen, Aufführungen und Ausstellungen – Teufelsberg Opera. Fotos: Sabeth Kerkhoff, Patricia Sandonis, Aris Kress-Kallidromitis, Luis Krummenacher
Die Gruppe lauscht der Erzählung einer Zeitzeugin, die das zerstörte Berlin als Kind erlebte.
Erzählende Objekte: Nur knapp unter der Oberfläche liegen zahlreiche Fundstücke.
Die Funde werden zum Ausgangspunkt für die weitere szenische und künstlerische Auseinandersetzung, wie beispielsweise beim Trümmerkino-Abend. Das Junge Ensemble der Neuköllner Oper gab einen ersten Einblick in ihr szenisches Arbeiten, der Filmemacher Ziad Kalthoum stellte seinen Film „Taste of Cement“ vor und Dr. Mamoun Fansa berichtete über die Wiederaufbau-Pläne der Altstadt von Aleppo.
Fotos: © Sabeth Kerkhoff / Aris Kress-Kallidromitis | S27

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