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Nana-Akademie, Oktober 2016: Vertreter*innen verschiedener Initiativen denken darüber nach, wie das Zusammenleben in einer Stadt, in der die Räume enger werden, fair gestaltet werden kann. Foto: Stefanie Schulz

Die Gärtnerei

Integration und Community-Building auf einem ehemaligen Friedhofsgelände

 

Eine Gruppe von Künstlern, Architekten und Sozialpädagogen hat im Frühjahr 2015 zusammen mit zwölf jungen Geflüchteten aus Ländern Westafrikas die »Gärtnerei« eröffnet. In einer Zeit, in der täglich Hunderte von Menschen auf der Suche nach einer Perspektive über das Mittelmeer fahren, sollte ein Ort geschaffen werden, an dem Alteingesessene und Neuhinzugekommene das zukünftige Zusammenleben erproben.

Seitdem ist viel passiert: Auf einer Brachfläche auf dem westlichen Jerusalem-Friedhof V in Berlin-Neukölln ist ein Landschaftsgarten entstanden, der zum gemeinsamen Gärtnern, Gestalten und Teilen von Wissen einlädt. Auf Frühlings-, Sommer- und Herbstfesten trifft das Team der Gärtnerei auf zahlreiche Menschen und Initiativen aus der Nachbarschaft. Die Projektteilnehmer, die in Flüchtlingsunterkünften wohnen, wachsen von Mal zu Mal in ihrer Rolle als Gastgeber.

Einmal im Monat gibt es das Café Nana. Gedacht als eine Art kleine Volkshochschule übernehmen die internationalen Gärtner die Rolle von Lehrern und führen Gäste bei einer Tasse Pfefferminztee in kulturelle, soziale und ökologische Themen ihrer Herkunftsländer ein: Bildungssituation, Geschichte der landeseigenen Sprachen, Traditionen, religiöse Feste, Hochzeitsbräuche und landwirtschaftliche Praktiken.

Die Gärtnerei wird von Monat zu Monat bekannter. Berliner Schulklassen nehmen an Workshops teil. Studierende, Initiativen und NGO aus dem In- und Ausland nutzen die Gärtnerei als Inspirationsquelle für eigene Ideen und Projekte in den Bereichen Integration, Stadtplanung, Urban Gardening oder Community Building. Für Laufkundschaft sorgt zudem ein selbst gebautes Kiosk, mit dem die Teammitglieder Gemüse, Obst, Honig und Kosmetikprodukte an den Mann bzw. die Frau bringen.

Seite 2017 ist die Gärtnerei Teil unseres Projekts Coop Campus. Alle sind recht herzlich eingeladen, den Ort zu besuchen. Auf Veranstaltungen wird via Facebook hingewiesen. Jetzt folgen!

Fotos: © Stephanie Steinkopf und Sebastian Latz